Canon XH A1

Stand: 28 März 2007 18:21

Hier drei XHA1 Presets als Datenfoto:

 

 


Stand: 09 Dezember 2006 – 09:51 (Auszug aus dem alten BLOG)

Heute stehen ein paar erste Tests mit der neuen HDV von Canon an. Da ich diese Kamera für eine Zeitschrift testen soll, habe ich schon ein vorab Modell von Canon bekommen. Der Verkauf der Kamera soll in den nächsten Wochen beginnen. Diese Kamera besitzt eine Vielzahl von Aufnahmeparametern, die alle von mir ausprobiert werden müssen:

  • Gammakurve (Normal, Cine1, Cine2)
  • Knee (Auto, High, Middle, Low)
  • Schwarzdehnung (Stretch, Middle, Press)
  • Pedestal (+9 bis -9)
  • Setup Level (+9 bis -9)
  • Schärfe (+9 bis -9)
  • horizontale Detailfrequenz (High, Middle, Low)
  • horizontale/vertikale Detailbalance (+9 bis -9)
  • Coringlevel (+9 bis -9)
  • Rauschreduzierung NR1 + NR2 (Off, High, Middle, Low)
  • Farbmatrix (Normal, Cine1, Cine2)
  • Farbverstärkung (+50 bis -50)
  • Farbphase (+50 bis -50)
  • Rotpegel, Grünpegel, Blaupegel (jeweils +50 bis -50)
  • R-G Matrix (+50 bis -50)
  • R-B Matrix (+50 bis -50)
  • C-R Matrix (+50 bis -50)
  • G-B matrix (+50 bis -50)
  • B-R Matrix (+50 bis -50)
  • B-G Matrix (+50 bis -50)

Alle Einstellwerte können auf die Speicherkarte abgespeichert werden und so auf weitere Canon HDV Kameras (ausser H1) übertragen werden!
Hier nun ein paar erste Bilder, mit der XH A1 und FX7 in der Fotofunktion auf Speicherchip geschossen. Die XH A1 Bilder habe ich in Photoshop von 1920 auf 1440 Pixel verkleinert.

FX7 [1440X810]

XH A1[1440X810]

FX7 [1440X810]

XH A1 [1440X810]

Wie man unschwer erkennen kann, ist die XH A1 im Auslieferungszustand schlecht eingestellt, die Belichtung ist zu hell und die Farben könnten auch ein bisschen abgestimmt werden. Das bedeutet jetzt für mich wirklich ein großes Stück Arbeit….

Seit Stunden bastle ich an eigenen Kameraeinstellungen der A1. Oben sieht man die Canonsoftware „Console 1.1“, damit lassen sich sehr bequem alle Parameter der Kamera komplett verändern, ganz nach eigenen Geschmack. Von solchen Einstellungen habe ich bis jetzt geträumt, vom Filmlook der verschiedene Filmmaterials simuliert bis zum sehr harten Videostyle lässt sich die Kamera umprogrammieren. Auch ob in 50i oder doch lieber in 25f aufgezeichnet werden soll. Ich verstehe gar nicht die diversen Diskussionen, dass die Canon einen Rotstich hätte, ich kann sehr leicht auch einen Grün oder Blau oder Gelbstich damit programmieren. Selbst das Verhalten im Gainbereich (bis +36dB!!) lässt sich damit sehr verbessern (Bildrauschen) und auf FX1 Niveau bringen, dazu müssen einige verschiedene Rauschfilter aktiviert werden. Ohne Rauschfilter fängt die A1 ab +6dB im Bild fürchterlich an zu rauschen. Überhaupt ist das die erste HDV Kamera die im Bild extrem verstellt werden kann….. leider auch zum Negativen, wenn man nicht aufpasst. Bei den Sonykameras liegen diese Einstellungen zum Teil in der Firmware und lassen sich nicht ohne einen Werkstattbesuch einstellen.

Zum Umfangreichen justieren, wird ein Rechner über Firewire an die A1 angeschlossen, nun die Kamera auf Stellung „Ext. Cont.“ eingeschaltet und….. nichts passiert! Im Kameramenü muss erst die Firewirebuchse freigeschaltet werden! Dann nur noch die Console starten und los gehts. Ich habe die Kamera auf einem Stativ im Studio stehen und programmiere für verschiedene Bildstimmungen eigene Setups, die dann mit einem Namen versehen in der XH A1 auf dem Speicherchip abgespeichert werden. Mal sehen, was ich damit so zaubern kann…. Allerdings ist es nicht damit getan, ein wenig an ein paar Regler zu drehen, sondern man sollte dabei auch das Vectorscop und Waveform benutzen, sonst verschiebt sich das Kamerasetup leicht in nicht konforme Bereiche. Jetzt muss ich mich entscheiden, soll das Bild der A1 nach dem der FX7 oder doch lieber nach einer FX1 eingestellt werden? Oder doch lieber eine ganz eigene Bildeinstellung: Klar und scharf?

Inzwischen habe ich ein bisschen mit der Canon XH A1 in der Natur gefilmt und hatte beim Abspielen der Aufnahmen massive Probleme, von 40 Minuten Video auf der Kassette waren über 10 Minuten nur ein blauer Bildschirm mit einem stotternden Timecode. Ganze Szenen waren so völlig zerstört! Im Sucher der A1 waren beim Filmen keine Warnhinweise zu erkennen.
Das ist mir jetzt schon zweimal mit der Canon passiert….. absolut tödlich für Kundenaufträge! Jedes Mal war die Außentemperatur so um +3 Grad. Um eine Kälteempfindlichkeit auszuschließen, packte ich die Canon XH A1 bei -20 Grad in meinen Gefrierschrank. Nach einer halben Stunde war die A1 richtig schön durchgefroren, das Funktionsrad der A1 ging schon richtig schwer, aber auf der selben Kassette wo dieser Fehler auftauchte zeichnete diesmal die A1 einwandfrei auf. Gestern passierte es wieder, einige Szenen waren beim Abspielen völlig zerstückelt oder fehlten ganz! Ich gehe jetzt von einem Defekt dieser Kamera aus. Falls dieses Verhalten auch von anderen A1 Besitzer beobachtet wird, bitte bei mir melden, ich werde dann Canon darüber informieren.

Jetzt sind wir schon beim Thema, inzwischen haben zahlreiche A1 Besitzer mich kontaktiert und ihren Frust über diese Kamera ausgelassen, einige planen sogar einen Wechsel zu Sony HDV Kameras und fragen mich zu meiner Meinung dazu.
Ich werde hier keine Empfehlungen aussprechen, nicht das ich mich scheue einen Glaubenskrieg anzuzetteln, aber ich bin selber noch nicht in meiner Meinung festgelegt. Fassen wir das Wissen bis jetzt mal zusammen:

Zuerst muss festgestellt werden, die Canon XH A1 Kamera ist nicht auf Werkseinstellung zu betreiben, die Bilder sind dann farblos, ausgewaschen und stark rauschhaltig. Das bekommt man mit etwas Mühe und eigenen Presets in den Griff. Bei einer Sony FX1/7 schaltet man ein und bekommt zu 99% ein gutes Bild. Die A1 ist in der Bildschärfe einer FX1 weit überlegen und spielt in der FX7 Liga. Die A1 und die FX7 haben beide ein 20fach Objektiv, das der A1 ist aber wesentlich Weitwinkliger und in Innenräumen deshalb auch ohne weiteren Weitwinkelkonverter zu betreiben und macht so mehr Spaß. Die A1 ist bei der Ausstattung mit XLR, 48Volt Phantomspannung, Kameramenü einer FX7 einfach überlegen. Beim Filmen mit der A1 ist immer ein Auge auf die Bildschärfe zu werfen, eine Sony arbeitet dort ein gutes Stück exakter.

Was mich aber bei der A1 stört, ist die große chromatische Aberration! Diese scheint rötlich über das ganze Objektiv zu gehen und sind gegenüber Sony dramatisch. Das dieses Canon als einer Objektivfirma so ausliefert ist schon fast eine Frechheit. Gut, auch die FX7 ist da schon schlechter geworden und kommt an dem Objektiv einer FX1 nicht mehr ran. Es ist wohl der Tribut der heutzutage gezahlt werden muss (große technische Daten, dabei schlechte technische Ausführung), die perfekte HDV Kamera ist immer noch nicht erschienen.

Nun ein Beispiel, wie man Presets auf die SD Karte überspielt:

Der Wechseldatenträger L: ist bei mir mein Kartenlesegerät mit der einliegenden SD Speicherkarte. Um die Presets richtig zu installieren, machen wir folgendes:

1. Wir legen auf der Speicherkarte ein Verzeichniss mit dem Namen PRESET an. Das Wort PRESET genauso schreiben, in Grossbuchstaben!

2. Wir kopieren meine Downgeloadeten Presets in diesem Verzeichniss, siehe Bild oben.

3. Jetzt Speicherkarte in die A1 einlegen und die Kamera einschalten.

4. In das Kameramenü gehen und unter [BENUTZERDEF] die [CUSTOM EINSTELLUNG] wählen.

5. Aus der linken Spalte CARD -> CAMERA auswählen.

6. Dann aus der unteren Menüleiste [CP IMPORT] anwählen und einen neuen Preset auswählen.

7. [CP SELECT POSITION] speichert den neuen Preset auf dem ausgewählten Platz der Kamera eigenen internen Speicherbank.

8. Mit [EXECUTE] wird der Preset nun wirklich geladen und in der Kamera gespeichert. Das war alles….. oder wieder ab Schritt 6 einen zusätzlichen neuen Preset nachladen.

Sobald ich meine eigene A1 besitze, werde ich diese Presets weiterentwicklen und auch kostenpflichtig anbieten. Geplant sind einige Filmsimulationen und noch ein verbesserter Nightshot…aber das dauert noch ein wenig.

Ich habe mich nun endlich entschieden und eine Canon XH A1 gekauft. Die Entscheidung für die Canon fiel mir nicht leicht und reifte ein paar Wochen, aber ich sehe bis heute keine andere HDV Kamera in Sicht, die dieses gute Preis/Leistungsverhältnis bietet.

Eigentlich schwankte ich zwischen der Sony FX7 und dieser XH A1. Beide Kameras machen vorzügliche HDV Bilder (die Canon erst mit ein wenig Übung) und liegen Preislich nicht weit auseinander. Gegen die FX7 sprachen die fehlenden XLR Mikrofonbuchsen und das Objektiv. Nicht das das Canonobjektiv eine technische Meisterleistung ist, ich habe schon auf die massiven roten chromatischen Abberationen hingewiesen, aber es besitzt für meinen Geschmack einen großen Vorteil: Es liefert einen ausgeprägten Weitwinkelbereich! Die Sony FX7 hat auch ein 20fach Zoomobjektiv, ist aber durch den kleineren Bildchip wesentlich stärker im Telebereich ausgeprägt. Gerade für Büroszenen oder Aufnahmen in kleineren Räumen ist ein fehlendes Weitwinkel sehr ärgerlich, da zählt jeder Millimeter weniger an Brennweite.
Mit einem vorschraub Weitwinkelkonverter geht wieder etwas an Auflösung verloren und von zusätzlichen chromatischen Abberationen ganz zu schweigen. Außerdem kostet so ein HDV Weitwinkelkonverter mit 62mm FX7 Durchmesser ein kleines Vermögen und übersteigt dadurch schon den Preis einer XH A1. Der optische Weitwinkelbereich der Canon entspricht ungefähr dem der FX1 und ist für mich zu 99% ausreichend. Des weiteren bietet die Canon einfach mehr an serienmäßige Ausstattung und ein massives Metallgehäuse gibt es dazu auch noch. Ich denke, Sony muss seine Preispolitik kräftig überdenken, einfach eine FX7 in Vollausstattung (im Plastikgehäuse) unter dem Namen V1 zu bringen und dabei fast den Preis zu verdoppeln ist meiner Meinung nach total verfehlt.

Wie schon mehrmals beschrieben, sehe ich bei der XH A1 drei große Nachteile:

1. Chromatische Abberation [CA] im ganzen Bild (bei kontrastreichen Aufnahmen)
2. Das schlecht auflösende Suchersystem (LCD + Sucher)
3. Das Canon HDV Laufwerk.

Zu 1.
Dieser Punkt machte mir am meisten Sorgen, ich schaute mir mein gesamtes Bildmaterial an was ich mit der XH A1 bis jetzt gedreht hatte, die roten Farbschlieren in der Bildmitte betragen maximal 3 Pixel. Sie fallen unter anderem deshalb besonders stark auf, weil die Canon so unheimlich scharf in der Auflösung sein kann. Ein HDV Bild aus meiner FX1 sieht dazu einfach schlechter aufgelöst auf einem großen Bildschirm aus und trotz fast fehlendem CA bei der Fx1, gefallen mir die XH A1 Aufnahmen besser. So richtig störend war das CA bei ca. 10% meiner XH A1 Aufnahmen. Durch einen Zufall bekam ich etwas HDXDCAM Material der Sony F330 (über 20.000 Euro) zu Gesicht und dort ist das CA fast genauso stark ausgeprägt.
Anscheinend bin ich bei einer 3.000 Euro Kamera einfach zu kritisch. Klar, ich will die bestmöglichste Bildqualität die mit dem HDV System machbar ist, denn ein 50 Zoll HDTV Bildschirm auf einem Messestand ist gnadenlos und zeigt alle Bildschwächen auf!

Zu 2.
Warum ist der große LCD Bildschirm einer FX1 bis heute von anderen Kameras unerreicht? Selbst bei voller Sonneneinstrahlung macht dieser LCD der FX1 eine gute Figur. Ganz anders das LCD Display der Canon, hier verschieben sich nicht nur Helligkeit und Farben je nach Blickwinkel, es ist auch viel zu klein. Er ist nur eine LCD Notlösung! Hier muss ich unbedingt noch Nachrüsten und einige Bastelaktionen durchführen.

Zu 3.
Aus der Vergangenheit hört man, das Canon DV-Laufwerke sich recht zickig verhalten können, einen Vorgeschmack habe ich ja schon bei meinen Outdoor Test bekommen, damals waren einige Aufnahmen auf einen günstigen DV Band nichts geworden. Ich habe jetzt einige HDV Bänder von Panasonic gekauft [AY-DVM63AMQ] und hoffe damit diese Bildaussetzer zu umgehen.

Insgesamt hoffe ich aber mit der Canon wesentlich bessere Aufnahmen als mit der ungeliebten Sony FX1 machen zu können. Leider gibt es bei Canon zurzeit einige Lieferschwierigkeiten was das Zubehör angeht. Teilweise ist es noch nicht auf dem Markt oder kommt von der XL2/H1 und ist anscheinend ausverkauft.

Bis jetzt besitze ich als Zubehör für die Canon XH A1:

– zusätzliches Doppelladegerät CH-910, jetzt kann ich drei Akkus gleichzeitig laden [1 Ladegerät liegt der Canon serienmäßig bei].

– 2 zusätzliche große Nachbau Akkus Typ BP-970G mit 7200mAh [Firma Giseke 38,90 Euro/Stck.]

– Heliopan Polfilter SH-PMC, Protection SH-PMC, Grauverlaufsfilter 4fach

– mehrgliedriger Achromat Canon 500D [Close-up Lens]

– 1 GB SD Speicherchipkarte

– bestellt ist noch der Stativsatz TA-100, damit sitzt die Canon hoffentlich bombenfest auf mein Vintenstativ.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein richtiger Regenschutz. Es gibt zurzeit nur einen von der Firma Portabrace aber dieser scheint nicht richtig wasserdicht zu sein, der LCD Bildschirm wird nur kurz abgedeckt und besitzt keine dichte Scheibe. Ich hoffe die Firma Petrol wird einen Rainslicker für die XH A1 in ein paar Wochen auf dem Markt bringen und dieser ist dann genauso gut wie der der FX1.

Jetzt muss ich mich nur noch richtig in die Bedienung/Programmierung der XH A1 reinknien. Als Erstes werde ich die Presets weiterentwickeln, die LCD Auflösung verbessern und natürlich ein richtig gutes Stereomikrofon genau passend für die XH A1 entwickeln, ich bin selber darauf gespannt wie es hier im Blog weiter geht, hoffentlich nicht zu Canon lastig.

Sicherlich wird das eine oder andere Projekt etwas länger dauern, denn im Moment habe ich immer noch sehr gut mit Kundenaufträgen aus der Industrie zu tun, deshalb ist ein wenig Geduld angebracht!

In diesem Beispiel wird es deutlich, oben im Bild der LCD der Canon XH A1 beim genau senkrechten Blick. Darunter habe ich nur das LCD Display um ca. 30 Grad geneigt und es ist schon fast nichts mehr darauf zu erkennen. Schlimmer ist noch die massive Farbverschiebung dabei in die Farbe Gelb. So ein schlechtes LCD habe ich noch nie an einer Kamera vorgefunden.

Gerade ist der Stativadapter TA 100 angekommen. Dieses Zubehörteil hatte jetzt 6 Wochen Lieferzeit und kann auch an der H1 benutzt werden.

Die Grundplatte besitzt 2 Passstifte die genau in die XH A1 Bodenplatte leichtgängig passen und die Grundplatte dabei genau ausrichtet.

Mit 4 Schrauben wird diese Platte unter der Kamera fixiert.

Auf dem Stativvorsatz wird die Schwalbenschwanzführung, hier von meinen Vintenstativ, mit 2 grossen Schrauben montiert.

Der Stativvorsatz gleitet jetzt auf dem Vinten Stativkopf und kann durch die Schwalbenschwanzführung und einem Sicherungsbolzen nicht mehr herausrutschen.

Jetzt nur noch die Kamera auf dem Stativvorsatz einschnappen lassen und die XH A1 sitzt fest auf dem Stativ.

Bei Drehschluss nur noch am roten Sicherheitsverschluss ziehen und die Kamera ist sofort vom Stativkopf gelöst.

Die XH A1 kann dann in die Kameratasche eingepackt werden. Schneller und fester kann keine Kamera auf einem Stativ fixiert werden.

Technische Daten dazu:
Grundplatte 64x64x15 mm, Gewicht 60 Gr.
Stativvorsatz 80x205x27 mm, Gewicht 411 Gr.

Stand: 05 März 2007 – 16:55

Heute ist mein Regenschutz für die Canon gekommen. Er ist von der Firma KATA und eigentlich für andere große Kameramodelle gedacht.

Ich finde er passt aber auch gut für die Canon XH A1, er ist relativ groß und die Hand passt auch noch unter dem Regenschutz um zum Beispiel an den Gainschalter zu kommen. Selbst der LCD Bildschirm hat aufgeklappt noch platz in der Schutzhülle.

Gut gefällt mir auch der Rundumblick des Kameraschutzes, so kann auch schnell ein Blick auf die XLR Toneingänge geworfen werden.

Auch von vorne dichtet der Regenschutz gut ab, nur die Mikrofontülle hängt etwas schlapp herunter, das wird sich bei einer Verwendung eines externen Stereomikrofons noch ändern.
Ich habe den Regenschutz noch mit einem Imprägnierspray ordentlich getränkt. Jetzt kann auch bei schlechtem Wetter mit der Canon draußen gedreht werden. Mit 119,- Euro (www.fotopartner.de) ist der Regenschutz nicht zu teuer, denn die Verarbeitung ist wirklich gut.

Stand: 28 März 2007 18:21
Presets für die Canon XH A1

Inzwischen sind über 2 Wochen vergangen seit meinem letzten Eintrag in diesem Blog. Leider hatte ich mal wieder zu viel Arbeit und musste teilweise auch für einige Tage zu Dreharbeiten nach Dänemark. Bald ist die „Hannovermesse Industrie 2007“ und die letzten Filme mussten jetzt für das DVD-Kopierwerk noch rechtzeitig fertig werden.

Mit meiner selbst gebastelten Farbvorlage bin ich nicht weiter gekommen, zwar stimmten die Farbwerte auf einem PC-Monitor optisch ganz gut, waren aber in der Praxis mit Naturbilder auf einen großen Flatmonitor nicht wirklich zu gebrauchen, die Farben wurden dort völlig ausgewaschen und teilweise übersteuert angezeigt. Das Farbmodell für HDV Video unterscheidet sich schon ein bisschen mehr vom üblichen RGB-Computerfarbmodell, wie ich leider feststellen musste. Deshalb ist es auch etwas gefährlich sich HDV Videos auf dem Computerbildschirm anzuschauen und dabei etwas genaues über die Farben und Bildkontrast zu sagen. Zwar gibt es Softwareplayer die versuchen den Farbraum beim Abspielen automatisch richtig umzuwandeln, was aber nur teilweise einwandfrei gelingt.
Deshalb bin ich jetzt den sicheren Weg gegangen und mir eine sehr teure und damit auch genaue Farbnormkarte gekauft. Mit diesem Farbchart von DSC Labs und einem Vectorscop ist es kein großes Problem die Farben richtig zu justieren. Soweit die Theorie. In der Praxis habe ich wieder mal einige Fallen kennengelernt: die richtige Beleuchtung!

Dieser Farbchart ist für einen Einsatz vor Ort gedacht, dass bedeutet, es soll vor dem eigentlichen Drehbeginn kurz die Tafel formatfüllend abgefilmt werden. Das hat den Vorteil, das die Beleuchtungsituation vor Ort auch diesen Farbchart beeinflusst. Später beim Schneiden des Videomaterials kann ich diesen abgefilmten Farbchart so Farbkorrigieren, das er wieder im Vectorscop stimmt. Damit sind dann auch automatisch alle nachfolgenden Szenen in dieser Beleuchtungssituation richtig farbkorrigiert. Das ist sehr wichtig bei Filmen auf die eine realistische Farbgebung nicht verzichtet werden kann z. B. bei Modenschauen oder Aufnahmen in einer Bildergalerie.

Ich möchte aber etwas anderes, ich möchte eine Kamera Farbkorrigieren und nicht eine Filmszene. Jetzt kommt es darauf an, WIE ich den Farbchart beleuchte. Also nahm ich meinen Tageslichtscheinwerfer und stellte darauf die Farben ein. Das Farbergebnis war schon besser aber nicht so richtig gut. Es stellte sich heraus, das dieser Tageslichtscheinwerfer auf Neonröhrenbasis zwar Tageslicht produziert mit einer Farbtemperatur von 6000 K, aber die Zusammensetzung der einzelnen Spektralfarben des Scheinwerfers dabei nicht besonders ausgewogen ist und für diesen präzisen Farbchart viel zu ungenau das Licht produziert. Ein weiterer 800W Arri Scheinwerfer mit einer Tageslichtfilterscheibe davor produzierte wieder ein anderes Farbspektrum, das auch nicht besonders genau für eine gute Farbeinstellung war.

Meine Lösung: die Mittagssonne!

Für einen Laien ist der Begriff Farbtemperatur ein sehr merkwürdiger Fachausdruck. Diese Temperatur wird nicht in Grad angeben sondern in Kelvin. Die Maßeinheit Kelvin fängt beim absoluten Nullpunkt an, das sind -273 Grad, bei dieser Temperatur stehen alle Atome still und eine tiefere Temperatur kann es deshalb auch nicht geben. Soviel zur Maßeinheit Kelvin, was hat aber eine Temperatur mit Farben oder sogar Licht zu tun?
Als Farbtemperatur bezeichnet man die Temperatur, die ein schwarzer Körper haben müsste, damit dessen Licht denselben Farbeindruck erweckt wie die tatsächlich vorhandene Beleuchtung. Wow.

Wer jetzt wissen möchte, was ein schwarzer Körper ist, sollte danach googeln, denn dann geraten wir endgültig weg von unserer Kamera Justierung. Wir merken uns nur, dass die Farbtemperatur unsere tägliche Lichtsituation beschreibt:

Kerze = 1.500 Kelvin
Glühbirne 100W = 2.800 Kelvin
Halogenlampe = 3.200 Kelvin
Abendsonne = 3.600 Kelvin
Mittagssonne = 5.500 – 5.800 Kelvin
Blitzlicht = 6.000 Kelvin
Nebel = 8.000 Kelvin
Blauer Himmel = 9.000 – 25.000 Kelvin

Früher war der Kelvinwert noch wichtiger, denn der chemische Farbfilm war nur immer auf eine Farbtemperatur geeicht, so gibt es z. B. Tageslichtfilme (5.500 Kelvin) und Kunstlichtfilme (3.200 Kelvin).
Unsere elektronischen Kameras dagegen haben einen Lichtsensor im oder am Objektiv und messen beim Einschalten der Kamera den Kelvinwert und korrigieren automatisch elektronisch mit dem „Weißabgleich“ die unterschiedlichen Lichtsituationen. Einfacher beschrieben, es wird immer beim Einschalten der Kamera ein helles Motiv gesucht und dieses Motiv auf Neutralweiß gesetzt. Das funktioniert oft auch ganz gut, aber bei einem Sonnenuntergang möchte man die gelbliche Stimmung auf Video bekommen, die Kamera korrigiert jetzt aber automatisch diesen Sonnenuntergang auf Neutralweiß und die Lichtstimmung ist weg, das Problem muss dann im manuellen Weißabgleich geändert werden (Farbtemperatur hochstellen auf Tageslicht).

Für meine Farbabstimmung mit dem Chart ist deshalb der Kelvinwert des Lichtes nicht ganz so kritisch, aber die Lichtzusammensetzung. Es sollten alle Grundfarben gleichmäßig stark strahlen, was sie aber anscheinend bei meinen Scheinwerfern nicht machen. Deshalb bin ich heute bei bestem Sonnenschein mit dem Farbchart, Vectorscope und der Canon XH A1 in den Garten gegangen. Auf dem Gartentisch baute ich mir meinen kleinen Messplatz auf.

Zuvor noch ein paar Worte zum Vectorscope. Die Funktion eines Vectorscope kann man als Analysewerkzeug für Chrominanzen, also für Farbton und Sättigung verstehen. Auf dem Bildschirm des Vectorscope werden die Farben Rot, Magenta, Blau, Cyan, Grün und Gelb dargestellt. In der Kreismitte des Vectorscope liegt der Weißpunkt und genau genommen auch alles unbunte (Grau). Jede einzelne Farbe im Videobild ergibt auf dem Vectorscope einen Leuchtpunkt und zwar je weiter vom Mittelpunkt entfernt, desto größer ist die Sättigung der entsprechenden Farbe. Bei einem sehr bunten Videobild gibt es deshalb auf dem Vectorscope auch eine große Punktwolke und ist damit ein ideales Hilfsmittel Farben zu messen und zu analysieren. Eine Farbe lässt sich durch Angabe zweier Werte (Gradzahl am Vektorskope) und Farbsättigung (Abstand vom Mittelpunkt der Skala) definieren.

Oben ein roter Farbverlauf von Rot nach Weiss, die Anzeige des Vectorscope zeigt diesen Verlauf auch an, die grüne Punktwolke des Vectorscope geht vom Mittelpunkt (unbunt = weiß) zum roten Kästchen. Ein nur rotes Bild würde auch nur einen einzelnen grünen Punkt auf der Farbachse Rot abbilden.

Alle 6 Videogrundfarben sind bei einem Vectorscope in das Frontglas eingraviert, diese 6 Grundfarben finden wir auch auf dem Farbchart wieder: Gelb, Rot, Magenta, Grün, Cyan und Blau. Links und rechts davon sind 4 verschiedene Hauttöne abgebildet und interessieren uns erstmal nicht weiter. Sehr schön sind auch bei diesem Testchart die Graustufentreppen, dort können wir sofort einen Farbstich erkennen, der Grauverlauf sollte farblich völlig neutral sein.

Noch ein Beispiel eines echten Videobildes und dem dazugehörigen Vectorscopebildes, das rote Kleid der Dame ist leicht auf dem Vectorscope auszumachen, siehe gelber Pfeil.

Hier der Beweis, diesmal ist das rote Kleid mit einer schwarzen Bildmaske abgedeckt und auch sofort beim Vectorscope wird die Farbe Rot nicht mehr ausgeprägt angezeigt.
Zusammengefasst merken wir uns, mit einem Vectorscope kann schnell überprüft werden ob die Farben in den technischen Grenzen sind und ob der Weißpunkt in der Mitte der Achsen liegt.

Nun zur Canon XH A1. Wir schließen als Erstes die Kamera per Compositekabel an das Vectorscope an. Doch halt! Erstes Problem, wir nehmen digital auf Kassette auf, das heißt nur 1 und 0. Wer sagt uns denn, das beim Wandeln der digitalen 1+0 Signale in einen analogen Compositesignal nicht schon diverse Farbfehler auftreten?

Ganz einfach, die Canon XH A1 besitzt einen eingebauten digitalen Farbgenerator, der genau dieselben elektronischen Komponenten durchlaufen muss wie die Daten vom Bildchip. Stimmt der Farbbalken, stimmen auch die HDV Signale.

So, der Farbbalken wird von der Canon generiert und……..

…..tatsächlich liegen alle 6 Testbildfarben absolut genau im Normkästchen des Vectorscope. Prima, unser Testaufbau ist nun kalibriert, richten wir nun die Kamera in Werkseinstellung auf den Farbchart.

Hier stimmt nun einiges nicht, weder die Farbwinkel von Grün, Blau, Cyan noch die Sättigung aller Farben sind ausreichend.
Inzwischen habe ich so viel mit den Justiermöglichkeiten der XH A1 gespielt, jetzt geht der Farbabgleich doch relativ schnell von der Hand, nach ca. 15 Minuten ist die Canon bestmöglichst farblich justiert, auch ohne das teure Canon Console Programm.

Nach der Justierung sieht es schon besser aus, alle Farbwinkel der Canon XH A1 stimmen sehr gut und auch die Sättigung ist stark verbessert. Nur die Farbe Cyan schwächelt ein wenig und berührt nicht das enge Normkästchen des Vectorscope. Aber keine Sorge, der Farbwinkel stimmt gut und die Sättigung erreicht zumindest das nächstmögliche Cy Toleranzfeld und ist damit auf jeden Fall noch tragbar.

Wie sieht es nun in der Praxis aus?

Ganz oben ein Bild von einem digitalen Fotoapparat, darunter die neu abgestimmte Canon und unten im Bild die Sony FX1 in der Werksabstimmung. Das Bild des Fotoapparates ist nicht so ohne Weiteres mit den HDV Aufnahmen zu vergleichen, das sind zwei verschiedene Farbräume. Auf einem großen 42 Zoll Flatscreen hat die Canon jetzt wesentlich mehr Farbnuancen bekommen und bildet diese sehr sicher ab. Die Aufnahmen der FX1 sind farblich stumpfer, was man aber auch bei der Sony FX1 justieren kann.

Frohe Ostern!

Statt Eier zu suchen, habe ich die letzten Einstellungen für die Canon XH A1 gesucht und anscheinend auch gefunden. Auch vielen Dank für die Email von einem Sendetechniker, der mich auf einige Zusammenhänge mit all den Farbkurven und Farbcharts hingewiesen hat, man lernt nie aus. Tatsächlich ist jetzt die Canon auch bei unterschiedlichem Sonnenlicht (Früh, mittags, abends) sehr farbneutral und das Vectorscope zeigt nur sehr geringe Abweichungen an, ein Lob für den guten automatischen Weißabgleich der Kamera. Dieser regelt das unterschiedliche Sonnenlicht immer ein wenig nach, sodass keine Farbschwankungen entstehen.

Am Donnerstag kam dann auch noch mein neuer FullHD Schnittmonitor und ich konnte gleich die drei Presets bei voller HDTV Auflösung noch weiter optimieren.

Der linke große 40 Zoll Monitor ist der Sony KDL 40W2000 und ist ab sofort mein Schnittmonitor. Er besitzt eine gute Schwarzdarstellung und erfüllt mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten auch eine gute HDV Stream Überwachung. Inzwischen bin ich erstaunt was man alles so im HDV Film an kleinen Fehlern entdecken kann, der Sony Bildschirm ist da gnadenlos.
Zurück zu den XH A1 Presets. Ein Blogleser hatte sich beschwert, dass ich eine optimierte Canon mit der FX1 in Werkseinstellung vergleiche und das wäre gegenüber der Sony ungerecht, man könnte diese auch optimieren. Ja, das stimmt und ich habe deshalb hier auch die alten Vergleiche herausgenommen und werde diese jetzt gegen neue ersetzen. Die FX1 bietet leider nicht so einen großen Umfang der Kameraeinstellungen wie die der Canon, aber mit Vectorscope und Farbchart kann tatsächlich einiges noch an Qualität aus dieser Kamera herausgeholt werden (Farbphase -5, Farbsättigung +5 bis +6).

Hier nun die FX1 mit eigenen optimierten Preset und +18dB Gainverstärkung als Referenzbild:


Sony FX1 +18dB [JPG 1920×1080 162KB]


Canon XH A1 Preset -3dB [JPG 1920×1080 200KB]

Bei einer Gainverstärkung von -3dB ist die Canon wie erwartet dunkler aber auf keinen Fall schlecht im Bild, die Farben stimmen auch bei Kunstlicht. Dieser Preset wird von mir zu 99% der Aufnahmen benutzt, bis zum Sonnenuntergang. Schauen wir uns den nächsten Preset +6dB an:


Canon XH A1 Preset +6dB [JPG 1920×1080 284KB]

Dieser Preset entspricht in der Bildhelligkeit ungefähr dem der Sony FX1. Nur ist das Bild durch den automatischen Weißabgleich besser neutral eingestellt und wesentlich schärfer. Ab diesen positiven Gainwerten habe ich auch die internen Rauschfilter aktiviert, vorsicht – diese können Nachzieheffekte im Bild verursachen!!! Dieser Preset kann auch für eine Kameraeinstellung mit +12dB benutzt werden, dann stört aber das Bildgrieseln ein wenig den Bildgenuss, deshalb hier der möglichst Bildrauschfreie Preset +12dB:


Canon XH A1 Preset +12dB [JPG 1920×1080 268KB]

Leider gelingt diese hohe Gainverstärkung nur rauschfrei, wenn ein sehr starker Rauschfilter in der Canon aktiviert wird, die Kamera zieht nun Bildteile her, wie man es von alten Röhrenkameras her kennt. Dieser Rauschfilter geht aber auf Kosten der Bildschärfe und ist nur ein Kompromiss. Wie schon beschrieben, kann aber auch der Preset +6dB für diese 12dB Gainverstärkung benutzt werden.
Mit diesen drei Presets sollte die Canon auf Anhieb gute Bilder fabrizieren, wenn man folgendes noch beachtet:

Der AGC Schalter sollte auf „OFF“ stehen und AWB unbedingt auf „ON“. Der grösste Fehler ist AGC auf ON, dann werden meist alle Aufnahmen schnell unerträglich rauschig.

Unter dem eingeklappten LCD Monitor sollte der Weißabgleich auf „K“ stehen. Wenn das alles einmal eingestellt ist und dann meine Presets benutzt werden, ist ein Filmen mit der Canon nicht mehr kompliziert und führt ganz schnell zu guten Bildern.

 

Hier alle drei Presets als Datenfoto:

 

 


FX1 +18 dB Gain [JPG 526 KB]

Jetzt ein Vergleich meiner Presets mit der Sony FX1 in voller Lichtempfindlichkeit, in diesem Test war nur die Kerze die einzigste Lichtquelle.


Canon XH A1 Preset 1, -3 dB Gain [JPG 480 KB]

Ich bin selber überrascht wie gut schon die Lichtempfindlichkeit der Canon ohne eine Gainverstärkung ist.


Canon XH A1 Preset 2, +6 dB Gain [JPG 661 KB]

Wie schon beschrieben, ist dieser Preset in der Lichtempfindlichkeit einer FX1 gleichzusetzen bei genauso wenig Bildrauschen. Wenn man in den Schattenbereichen schaut, stellt man fest, dass hier sogar schon leicht die FX1 in der Bildhelligkeit überflügelt wird.